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>So 05. Mär 2017

COVER

Künstler covern Künstler! Was in der Musik selbsverständlich ist, ist in der bildenden Kunst alles andere als dies. Die Künstler der KÜV haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Evergreens der bildenden Kunst zu covern und damit eine neue Sichtweise zu erforschen..., Rathaus Marburg










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KÜV auf der Piazza Maggiore in Bologna
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D i e i n n e r e S i c h t


Stadtallendorf. In der Ausstellung, die erstmals in Deutschland zu sehen ist, sind nahezu alle Medien der modernen Kunst zu finden. Eingebettet in die bestehende Dauerausstellung erhalten die Kunstwerke eine noch stärkere Aussagekraft.
Wie zum Beispiel die Videokunst von Anno Matthias Henke, das Textband mit einem direkten Draht zum Weltfrieden per Telefon von Katharina Franck oder die Textbilder von Sabine Göpfert und die beeindruckenden Öl-und Acrylmalereien von Ingrid Kaftan, Johanna Krämer, Annegrete Henke-Reinarz, Manfred Döring, Michael Feldpausch und Sergej Fuchs.

Die starke Abstraktion, mit der Lisa Kreuziger „Hear my cry“- „Hör meinen Schrei“ in asiatisch anmutender Weise umsetzt, wirken ebenso eindrucksvoll und nachhaltig wie die Skulpturen von Elisabeth Sabo, Dieter Allmaras und Ingolf Anschütz mit seiner Kofferinstallation. Der Koffer, der sinnbildlich für Vertreibung steht, lädt ein, einen Blick in sein Inneres zu werfen. Kuratiert wurde die Ausstellung von Michael Feldpausch. Die Gemeinschaftsausstellung sei vergleichbar mit einem Orchesterbeitrag, bei dem viele Solisten erst im Ganzen alle Klänge gemeinsam zum Klingen brächten, sagte Feldpausch. Genau vor einem Jahr war die Ausstellung, die von Anno Henke ins Leben gerufen worden war, bereits in der Casa Celeste in Bologna zu sehen. Bürgermeister Christian Somogyi freute sich besonders über die große Besucherzahl. Rund 60 Besucher verfolgten die Vorträge und nutzten die Gelegenheit, mit den Künstlern ins Gespräch zu kommen. Mit den Worten von Johann Wolfgang von Goethe „Die Kunst ist eine Vermittlerin des Unaussprechlichen“, wandte sich Bürgermeister Christian Somogyi an die Anwesenden und ging auf den Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus ein.
Kunst muss den Holocaust thematisieren. Vor 69 Jahren befreiten Soldaten der Sowjetarmee das Konzentrationslager Auschwitz. Er wünschte der Ausstellung zahlreiche Besucher und den heutigen Gästen die Erweiterung des Blickes durch die innere Sicht der Künstler.

„Darf Kunst den Holocaust, die Leiden in den Lagern hier und in den KZs zeigen? Ja, sie muss!“, so lautet die klare Antwort von Hans Gottlob Rühle, der mit einem beeindruckenden Vortrag die Vernissage am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus im Dokumentations- und Informationszentrum eröffnete. Der Kunstliebhaber, Sammler und Organisator zahlreicher Kunstausstellungen im früheren Arbeitsgericht Marburg spürte in seinem Vortrag der Frage nach, wann und wo sich die Kunst, insbesondere die Bildende Kunst, mit den Verbrechen gegen die Menschlichkeit, mit den Verbrechen der Diktatoren, der Feudal- und Zwangsherrschaft, den Verbrechen des Krieges und der Unterdrückung befasst. „Wie mögen sich die Zwangsarbeiter hier in Stadtallendorf gefühlt haben?“, fragte Rühle, der einfühlsam persönliche Erinnerungen in seinen Vortrag einflocht und, ungewöhnlich für eine Vernissage, zur Einstimmung einige Zeilen aus Schuberts „Winterreise“ im Sinne des Kaddisch, dem jüdischen Totengebet, gesanglich darbrachte. Erst in den vergangenen Jahren hätte eine zögerliche Auseinandersetzung der Bildenden Kunst mit dem Holocaust begonnen. „Todschweigen war die beliebteste Methode in der Nachkriegszeit“, betonte der Kunstkenner. „Die Künstler der Ausstellung sind mit großem Ernst und Pietät an das Thema Holocaust herangegangen“, erklärte er weiter. „Das ist wohltuend, gerade weil es nicht spektakulär ist, weil nicht Effekte, sondern das Thema, das Leiden der Menschen im Vordergrund stehen. Die Künstler arbeiten mit Symbolen und Ausschnitten und haben so doch tiefe Einblicke in die Gräuel der Nazizeit gegeben“, sagte Rühle.

Musikalisch rundete das „Duo Santiago“ (Katharina Fendel, Flöte und Johannes Treml, Gitarre) die Veranstaltung mit brillanten Beiträgen perfekt ab. n Öffnungszeiten der Ausstellung: Dienstag bis Donnerstag von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr, am 16. Februar und am 16. März, sowie jeden ersten Sonntag im Monat von 15 bis 18 Uhr. Weitere Termine sind nach Absprache möglich. Die Ausstellung ist bis zum 28. März zu sehen.

von Karin Waldhüter